Gurs-Ausstellung

Die Deportation der Jüdinnen und Juden aus Baden und der Pfalz steht am Anfang des millionenfachen Mordes an den Juden und besitzt daher nochmal eine eigene Bedeutung als Beginn des Grauens. Auch aus Bad Dürkheim sind 27 und aus Wachenheim 7 jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger nach Gurs deportiert worden – Anlass genug, sich als Verein an der Organisation der Ausstellung „Gurs 1940“ zu beteiligen, um auch an dieser Stelle dem Vergessen entgegenzuwirken.

Landesausstellung „Gurs 1940“

Die Deportation und Ermordung von südwestdeutschen Jüdinnen und Juden

Landesausstellung Gurs 1940 – Ausstellungsplakat

Am 22. und 23. Oktober 1940 wurden Tausende Jüdinnen und Juden aus Baden und der „Saarpfalz“ im Rahmen der „Bürckel-Wagner-Aktion“ in den unbesetzten Teil Frankreichs deportiert.

Offizielle Angaben sprechen von 6.504 Menschen. Die Zahl lag sicherlich höher. Die Züge wurden in das Lager Gurs, am Fuße der Pyrenäen gelenkt. Das Lager in Gurs hatte im Verlauf seiner Geschichte verschiedene Funktionen: Es war Flüchtlings-, Internierungs-, Durchgangs- und Konzentrationslager. Nur wenigen Deportierten gelang von dort die Flucht, Hunderte starben. Die meisten Überlebenden wurden 1942 oder 1943 in die deutschen Vernichtungslager im besetzten Polen verschleppt und ermordet.

An diese Verbrechen, wie auch an ihre Nachgeschichte, erinnert die Ausstellung „Gurs 1940“, die anlässlich des 80. Jahrestages der Deportation der Jüdinnen und Juden aus Südwestdeutschland entstanden ist. Sie bettet regionale Geschichte in deutsch-französische, teils auch europäische Abläufe ein und beleuchtet das Schicksal von Jüdinnen und Juden, betrachtet Täterinnen und Täter, Umstehende und Nutznießende in Deutschland und in Frankreich aus verschiedenen Perspektiven. Auch erzählt sie, wie dieser Verbrechen gedacht wurde und wird.

Die 27 Roll-Banner der Ausstellung wurden von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee-Konferenz Berlin in Kooperation mit vielen Partnerinnen und Partnern in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland sowie dem Auswärtigen Amt erarbeitet.

Die Ausleihe

Die Ausstellung „Gurs 1940“ kann in Kooperation des Bezirksverbandes Pfalz und unserem Verein ausgeliehen werden. Die Ausleihe ist kostenfrei.

Die Ausstellung (Rollbanner) wird vom Verein angeliefert und auch wieder abgeholt. Zeitrahmen und Ausleihbedingungen sind in einem Vertrag festgehalten, der im Vorfeld zugänglich gemacht wird und ausgefüllt werden muss.

Zusätzliche Materialien

Die Inhalte der Ausstellungstafeln sind auch digital zugänglich – unter www.gurs1940.de. Ferner kann auf www.gurs.education in der umfangreichen Mediathek auf Filmmaterial u. a. zum Thema zugegriffen werden.

• „Gerettete und ihre Retterinnen. Jüdische Kinder im Lager Gurs“, Israelitische Religionsgemeinschaft Baden, 2020.

• „’Ich weiß nicht, ob wir nochmals schreiben können.’ Die Deportation der badischen und saarpfälzer Juden in das Internierungslager Gurs in den Pyrenäen. Historischer Kontext, Quellen und Dokumente, mit didaktischen Hinweisen“, Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 2010.

Ansprechpartner auf Seiten des Vereins ist Pierre Amblard, beim Bezirksverband ist es Ulrich Burkhart.

Pierre Amblard

Verein Gegen das Vergessen e.V.

Mobil: 0160 / 98375217

pierrewachenheim2020@gmx.deGegen das Vergessen e.V.

Ulrich Burkhart

Bezirksverband Pfalz

Telefon: 0631 / 89290338

u.burkhart@bv-pfalz.deBezirksverband Pfalz

Stationen der Wanderausstellung

Seit 2023 ist die Ausstellung „Gurs 1940“ an Schulen, in Rathäusern, Kirchen und Kulturorten in der gesamten Pfalz und darüber hinaus zu sehen. Die folgende Chronik zeigt bisherige und geplante Stationen.

Blick in die Wanderausstellung Gurs 1940 an einer der Stationen

2023

29.03. – 05.04.2023 · Edenkoben, Gymnasium

06.04. – 14.04.2023 · Deidesheim, Integrierte Gesamtschule

17.04. – 22.04.2023 · Neustadt an der Weißstraße, Käthe-Kollwitz-Gymnasium

24.04. – 05.05.2023 · Speyer, Nikolaus-von-Weis-Realschule

08.05. – 02.06.2023 · Wachenheim, Rathaus

12.06. – 30.06.2023 · Schifferstadt

2024

03.06. – 14.06.2024 · Bad Dürkheim, Werner-Heisenberg-Gymnasium

18.06. – 11.07.2024 · Ludwigshafen, Integrierte Gesamtschule Edigheim

27.08. – 13.09.2024 · Ludwigshafen, Theodor-Heuss-Gymnasium

03.10. – 20.10.2024 · Zeiskam, Evangelische Kirche

04.11. – 15.11.2024 · Landstuhl, Integrierte Gesamtschule am Nanstein

02.12. – 13.12.2024 · Enkenbach-Alsenborn, Integrierte Gesamtschule

2025

27.01. – 14.02.2025 · Haßloch, Hannah-Arendt-Gymnasium

18.02. – 13.03.2025 · Kusel, Siebenpfeiffer-Gymnasium

17.03. – 07.04.2025 · Lauterecken, Veldenz-Gymnasium

04.07. – 07.07.2025 · Gönnheim, Comic-Salon

13.09. – 26.10.2025 · Edenkoben, Museum für Weinbau- und Stadtgeschichte

09.11. – 23.11.2025 · Albersweiler, Ratssaal im Rathaus

2026

26.02. – 01.03.2026 · Bockenheim a. d. Weinstraße, Blaues Rathaus

05.03. – 12.04.2026 · Neustadt an der Weinstraße, Stiftskirche

15.04. – 13.05.2026 · Alzey, Staatliches Aufbaugymnasium

Stimmen zur Ausstellung

„Die Ausstellung wurde von den Kolleg:innen und Schüler:innen sehr gut angenommen. Viele Klassen haben im Rahmen des Unterrichts (Geschichte, Gesellschaftslehre, Französisch, Religion) die Ausstellung besucht und sie auch aktiv in den Unterricht integriert. Ich habe durchweg positive Rückmeldungen von Kolleg:innen und Schüler:innen erhalten. Vor allem waren die Schülerinnen und Schüler sehr interessiert an dem Thema und dem Besuch der Ausstellung.“

— Manuela Creutz, Fachlehrerin an der IGS am Nanstein in Landstuhl

Wanderausstellung Gurs 1940 in einem historischen Dachraum – die Roll-Banner werden an einem der Ausstellungsorte gezeigt